Mai 10, 2009
Mai 2, 2009
Der Erzstaat im Deutschlandradio Kultur
Deutschlandradio Kultur widmet der Ausstellungseröffnung zu Erzstaat Atlantisis eine eigene Sendung. Den Beitrag bieten der Sender auch als MP3 zum anhören an:
Jonathan Meeses „Erzstaat Atlantisis“ im Arp Museum Bahnhof Rolandseck
Mai 1, 2009
Erzstaat Atlantisis
Der Eröffnung der Ausstellung Erzstaat Atlantis im Arpmuseum Rolandseck in der Nähe der ehemaligen Hauptstadt Bonn konnte ich gestern glücklicherweise beiwohnen. Das Museum widmet dem Künstler Jonathan Meese bis zum 31. August eine Retrospektive, deren Exponate bekannte Skulpturen, Kollagen und Gemälde des Künstlers umfasst.
Als ich um 14:38 Uhr nach einer über fünfstündigen Zugreise am Bahnhof Rolandseck ankam, war ich doch sehr erstaunt darüber, dass von Jonathan Meese eine weitere Retrospektive (nach Sammlung ESSEL, Deichtorhallen) in einem sehr provinziellen Ort gezeigt wird. Bei strahlendem Sonnenschein erfreute sich der Künstler wohl auch guter Laune, während er die Eröffnung vorbereite. Er war wie gewohnt in Begleitung seiner reizenden Assistentin Doris Mampe — leider ohne Mama Messe.
Zu meinem Erstaunen war der Bahnhof gleichzeitig der Museeumseingang. Auf der linken Seite stimmte sich eine ungefähr 30 Mann starke Blaskapelle in weinroten Sakkos ein. Nur wenige Gäste waren anfällig anwesend, so dass die ganze Szene eher wie ein Auftakt zu einem Dorffest wirkte.
Zwischen all dem Gesehen tollte der Künstler einige Autogramme gebend umher und posierte gelegentlich für Fotos. Allmählich umringten Kameraleute und Fotografen Meese, bis er sie schließlich zum Rheinufer führte um dort Interviews für diverse Kulturmagazine zu geben. Inzwischen fanden sich immer mehr Kunstinteressierte, Kunstkritiker, Schaulustige und Meeseanhänger am Ort des Geschehens ein.
Viele nahmen im Halbkreis vor dem Museum Platz um gespannt auf die Eröffnung der Ausstellung zu warten. In der Zwischenzeit stieg Jonathan in Begleitung eines kleinen militärischen Gefährts auf die Fähre, die auf das andere Rheinufer brachte.
Das Schauspiel bewegte die kunstinteressierte Meute an das Rheinufer, während Jonathan schon drei Mal mit der Fähre in und zurück fuhr. Wütende Autofahrer machten sich beim Ordnungsdienst ihren Ärger Luft, da sie nicht verstanden was vorging, weil sie nicht verstanden warum die Fähre ohne andere Autos mitzunehmen drei Mal hin und zurück fuhr. Ein sich daraus ergebendes kleines Verkehrschaos tat der Stimmung keinen Abbruch – ganz im Gegenteil, immer mehr Dorfbewohner waren nun an dem Spektakel interessiert.
Vom Bahnhof aus dröhnten diverse fragmentarische Geräusche die wohl Jonathan Meese vor der Performance aufgenomen hatte, und die an Kommandos innerhalb eines U-Bootes bei Tauchgang erinnerten. Meesetypische Begriffe wie „Revolution“, „Aufbruch“ und „totale Kunst“ legten sich demzufolge bruchstückhaft über das Szenario.
Nun begab sich auch die Blaskapelle Musik spielend an das Rheinufer. Von der anderen Seite aus begann der Künstler mit seiner Performance. Er überquerte zum vierten Mal den Rhein und wäre beinahe mit dem Ausflugsdampfer „Moby Dick“ zusammengestoßen, was für den Künstler ein willkommener Anlass war, sich als Kapitän Ahab auszugeben um Moby Dick zu rammen („umfahren“). Diese Wunschvorstellung bliebt glücklicherweise unerfüllt.
Auf meiner Seite des Rheins angekommen hofften die Besucher, dass es nun endlich zur Eröffnungsperformance kommen würde, doch Meese holte nur die Musiker mit der Fähre ab. Diese setzte ein weiteres Mal auf die andere Seite über. Nervosität machte sich im Publikum bereit.
Mehrmals fielen Sätze wie „Ich möchte untergehen. Und mit mir die ganze Kunst“.
Nun endlich setzte die Fähre ein letztes Mal in Richtung Museeumsufer über während Meese auf der Fähre auf der Stelle marschierte, dazu der Blaskapelle salutierte. Als die Fähre am Ufer anlegte, schwang der Künstler schwang der Künstler einem Seemann gleich zwei Flaggen auf den die Inschrift „Diktatur der Kunst“ zu lesen war hin und her. Anschließend setzte er sich in der militärische Gefährt und fuhr die Rampe hoch, die Kapelle im Gefolge.
Erwartungsvoll wohnten wir der meesetypischen Ansprache bei, in der er wieder einmal sein Manifest von der Diktatur der Kunst unter das begeisterte Volk brachte.
Zu beiden Seiten wurde die Straße abgesperrt, damit Jonathan Meese zum Museen heraufschreiten konnte, Kameras und Journalisten folgten das Ereignis dokumentierend. Es schien als käme der Künstler nun voll in Fahrt. Schaum hatte sich in seinen Mundwinkeln bebildet. „Protokollgerecht“ verkleidet mit einem Offiziersmantel, Military Cap und Pistolengürtel ballerte er mit einer Spielzeugpistole um sich und proklamierte seine Diktatur der Kunst.
Auf dem Vorplatz des Museums angekommen hielt er eine bis zum Erschöpfungszustand gehende Rede, in welcher er auch auf die Finanzkrise Bezug nahm. Mit den Worten „Und nun zu meinem Brüdern“ schritt er danach voran durch die Eingangshalle des Museums. Die Anhänger und Gäste folgten um nun endlich die Exponate der Retrospektive betrachten zu können.
Ein Fahrstuhl führte den Berg hinauf, in dem Geräusche und Klänge von Meese zu hören waren. Oben angekommen schritt der Meister durch seine eigene Ausstellung noch immer wild proklamierend. Wortspiele aus Adolf Hitler und Moby Dick verschmolzen zu dadaistischen Wortkreationen („Adolf Ahab“, etc).
Abschließend wütete Meese außerhalb des Museums auf seinem roten Drachen stehend gegen seine „persönlichste Mutter“. Plötzlich verschwand der Künstler im Gemenge der Fotografen unterhalb des Museums und wurde nicht wieder gesehen.
Viele Anhänger hatten sich der Performance bereits abgewandt und betrachten die Ausstellungstücke.
Leider gab es für mich keine neuen Kunstwerke zu sehen, die dort ausgestellten kannte ich bereits.
Alles in allem eine sehr kleine, komprimierte Retrospektive seines Schaffens. Die Bezüge zu Atlantis waren eher im übertragen Sinne zu verstehen, z. B. in der Ringanordnung der Stadt von der einst Platon berichtet. In einem kleinem Raum waren auch kleinere Arbeiten von Joseph Beuys und anderen Künstlern im Kontrast zu Meeses Werk zu besichtigen.
Am meisen beeindruckten mich, ebenso wie wohl auch die anderen Besucher, seine kolossalen Skulpturen die an Archetypen, Krieger verganger Epochen und Helden der Mythologie und Filmen erinnerten. Besonders erfreut war ich darüber, die Kollage aus dem Film Sonnenalle mit Bildern von Kafka und Satre unter all den Kunstwerken betrachten zu können. Auch Kunstwerke Der Totaladler, Der Propagandist und Suzie Wong waren vertreten.
Bei der abschließenden offiziellen Teil zur Austellungseröffnung durch den Kurator fehlte leider Jonathan Meese, sein Galerist und seine reizende Assistentin Doris Mampe, die vom Eröffnungsredner noch einmal als eine der beiden starken Frauen an Meeses Seite herausgehoben wurde.
Die geheimnisvolle Aura, die sich um Atlantis rankt, soll auch die geheimnisvolle Kunst von Jonathan Meese umgeben und beim „Tauchgang“ in eine andere Welt, den sonderbarsten Wesen und Geschöpfe des Künstlers begegnen. Dies könnten alles Zeugen vergangen Epochen sein.
Ich bin sprachlos!
Hyperlinks
April 9, 2009
Sonnenallee
Jonathan Meese gestaltete einen Raum in dem Film Sonnenallee, kollagenartig.



Helden der Kindheit
Aufgrund der gestrigen Besprechung mit meinem Betreuer, habe ich einige Kollagen der Helden meiner frühen Jugend erstellt.
April 8, 2009
Ariadne
Morgens: Analyse der Skulpturen und Gemälde von Jonathan Meese in Bezug auf dessen „Ritter“ (Helden), die archetypischen, meesianischen Mythen. Anschließende Abstrahierung auf Transparentpapier in schwarz und weiß. Ziel: → Herausarbeitung klarer Formen, Strukturierung und Silhouette.
Die aus den gewonnen Abstrahierungen gewonnen Einsichten wurden assoziativ mit Bildern aus dem Web verbunden; z. B. die Verknüpfung von Der Propangandist (2005) mit den Satyr, Panfiguren und chimären Dämonendarstellungen. Die Assoziationen und die Abstraktionen bildeten die Grundlage für ersten Ideen, dargestellt als Modefigurinen.
Besprechung mit meinem betreuenden Prüfer: Klärung des weiteren Vorgehens.
- Was bedeutet Meeses Werk für mich?
- Wie finde ich eigene Formen und Strukturen um keine Plagiate zu erstellen?
- Devise: „Weg von ihm hin zu mir!“
- Was entsteht in den Drapierungen?
- analysieren
- interpretieren
- „sichten und verdichten“ (J.A.)
- Was sind meine Helden/Antihelden (Masken/Gesichter/Rollenmodelle) ?
- Wie erreiche ich meine gewünschten Silhouetten?
- Begriffsfindung für die Beschreibung:
- Was bedeuten für mich bedeuten für mich die Wörter: potent, kraftvoll, stark, dynamisch?
Abends: Weiteres Abstrahierung der Fotografien eigener Drapierungen an der Puppe (Boris).
- Lineares Durchpausen
- Ableitung auf flächige Grundformen (durch Schwarz)
- Linienfindung durch Faltung
April 7, 2009
Arbeitsbuch
Die Fortschritte er Entwürfe in meinem Arbeitsbuch dokumentiere ich auch als Fotografien in einem Picasa-Webalbum:
April 3, 2009
Deutschland deine Künstler – Jonathan Meese
Die Episode aus der Reihe Deutschland deine Künstler über Jonathan Meese dient mir als Grundlande für weitere Inspriationen.










